Das Passivhaus - PassivhäuserDas Passivhaus ist eine besondere Form des Energiesparhauses. Die Zertifizierung dieses Qualitätsstandards kann über das Passivhaus-Institut in Darmstadt erfolgen. Demnach darf der maximale Heizwärmebedarf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten.
Das sind 1,5 l Öl oder 1,5 Kubikmeter Gas und der Bauherr spart, im Gegensatz zu anderen EnEV Standard-Energiesparhäusern, 70 bis 90 % Energie. Ein 3-Liter-Haus benötigt vergleichsweise immer noch bis zu 35 Kilowattstunden, ein Niedrigenergiehaus zwischen 40 und 75 Kilowattstunden.
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Das Energiesparkonzept des PassivhausesEs erweist sich als sinnvoll, den Energieverbrauch eines Wohngebäudes zu analysieren. Dort wo die meiste Energie verbraucht wird, sind die Einsparungsmöglichkeiten auch am Höchsten.
Quelle: Energieagentur Regio FreiburgBeim Passivhaus wird durch Energiequellen im Haus gespart: Durch das einfallende Sonnenlicht, die abgegebene Wärme von Haushaltsgeräten, im Bad oder beim Kochen, die Körperwärme der Bewohner und die Wärme der Zimmerluft. Bei einem gut gedämmten und kompakt konstruierten Passivhaus genügt diese Wärme, um angenehme Temperaturen im Haus zu erzeugen.
Eine geringe Zuheizung im Winter kann durch eine Wärmepumpe, aber auch durch eine Holzpelletheizung mit Pufferspeicher oder einem Gasbrennwertgerät erfolgen. Ein Kachelofen würde das Haus jedoch bereits überhitzen.
Quelle: SWBEin Passivhaus kann auch ohne ein eigenes, aktives Heizsystem funktionieren und ohne dass dabei an Komfort eingebüsst wird. Durch eine automatische Lüftungsanlage mit bis zu 90% Wärmerückgewinnung kann Null Grad kalte Frischluft auf bis zu 18 Grad vorgewärmt werden und die benötigte Heizwärme im Haus verteilt werden. Im Sommer kann das Haus durch dieses Lüftungssystem gekühlt werden.
Effektiver Umgang mit der Energie im Passivhaus![]() Wie kann nun in einem Passivhaus (ohne zusätzlichen Heizungskörper) die Temperatur beispielsweise im Bad, etwas wärmer als in den anderen Räumen eingestellt werden? Eine Möglichkeit sind Nachheizregister bei den Zuluftöffnungen - elektrisch oder über ein wassergeführtes System.
Auch kann es vorkommen, dass in den Wintermonaten die Luft im Haus zu trocken wird. Die Lüftungsanlage stellt automatisch, hygienisch an den Bewohner angepasste Verhältnisse dar. Wenn nun niemand zu Hause ist, kann zur Vorbeugung vor trockener Luft die Lüftungsanlage auf den niedrigsten Wert zurückgestellt werden.
Nachweislich kann sich der Energieverbrauch durch falsches Verhalten der Bewohner, gegenüber den ursprünglichen Berechnungen, verdoppeln. Wenn beispielsweise mit Strom nachgeheizt wird, schwindet die Ersparnis beim Heizkostenverbrauch gegenüber einem Niedrigenergiehaus sehr bald.
Der Bau eines Passivhauses Quelle: HIQ PassivhausPassivhäuser können selbstverständlich auch im Fertigteilhaussystem, in Fertighaus - Massiv-, Holz- oder Mischbauweise, errichtet werden. Für alle Varianten gelten bestimmte Baukriterien, die berücksichtigt werden müssen:
- Kompakte und dichte Bauform des Hauses mit einer minimierten Außenfläche. Materialien und Bauteile sind zumeist „passivhauszertifiziert“
- Wärmebrückenfreie, hervorragende Dämmung der Gebäudehülle und 3-fach verglaste Fenster mit gedämmten Rahmen (sehr gute U-Werte)
- Luftdichte Konstruktion. (n50 mind. 0,6 1/h); Prüfung durch Blower-Door-Test
- Kontrollierte Lüftungsanlage
- Nutzung von erneuerbarer Energien und sonstigen, passiven Energien
Neben diesen Grundsätzen lässt der Bau eines Passivhauses noch ausreichend Raum für individuelle Wünsche und Variationsmöglichkeiten.
Bundesweit wurden bisher mehr als 4.000 Passivhäuser errichtet. Die Kosten für ein 140 m² großes Einfamilienhaus liegen beim Passivhaus etwa 5% bis 8% höher als beim Standardbau. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: niedrige, laufende Energiekosten, keine üblichen Nebenkosten und Amortisation der Mehrkosten nach ungefähr einem Jahr. Ebenso wird der Bau eines Passivhauses von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.
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